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3.11_rechtliche_aspekte

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

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3.11_rechtliche_aspekte [2016/03/01 11:53]
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3.11_rechtliche_aspekte [2016/03/01 12:36] (aktuell)
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 +Rechtliche Aspekte
 +Legal
 +Dieses Kompetenzelement beschreibt die Auswirkungen von Gesetzen und Vorschriften auf Projekte und Programme. Es ist wichtig dem Umfeld gegenüber, sich in Gesetzesfragen keine Blöße zu geben, um Klagen zu vermeiden. Außerdem sollte man im Ruf stehen, Geschäfte im gesetzlichen Rahmen und unter Einhaltung ethischer Grundsätze durchzuführen. Die Vermeidung von Gesetzeskonflikten führt zu einer wesentlichen Senkung des Prozessrisikos. Auch wenn man im Recht sind, kann die Verteidigung im Fall einer Klage einen hohen finanziellen und zeitlichen Aufwand verursachen. Außerdem ist selbst bei Prozessgewinn nicht gesichert, dass die Anwaltskosten wieder hereingebracht werden können.
 +Die Einführung von Projekt-,​Programm- und Portfolio-Management muss auch zivilrechtliche Verstöße (das Zivilrecht schützt die Interessen von Personen in Bezug auf die persönliche Sicherheit, Sachanlagen,​ Finanzmittel und Leumund) und Forderungen,​ die aus Handlungen wie z. B. Vertragsbruch entstehen können, vermeiden.
 +Bei einem Projekt kommt es wiederholt zu Entscheidungen,​ die rechtliche Auswirkungen haben und/oder innerhalb eines gesetzlichen Rahmens getroffen werden müssen. Der Projektmanager sollte im Rahmen der Gesetzes arbeiten und fähig sein, zu erkennen oder herauszufinden,​ welche Aktivitäten rechtlichen Anforderungen entsprechen müssen und welche rechtlichen Grundsätze auf das Projekt anzuwenden sind. Beim Management bestimmter Projekttypen ist die Kenntnis des Vertragsrechts und eine entsprechende Erfahrung unerlässlich. Internationale Projekte können den Bestimmungen verschiedener Rechtsordnungen unterliegen.
 +Bei allen wichtigen Rechtsfragen sollten Rechtsberater hinzugezogen werden. Projekt-, Programm- und Portfoliomanager müssen in der Lage sein zu erkennen, wann solche Rechtsberatung erforderlich ist und den Beratern die notwendigen Informationen über das Projekt zur Verfügung stellen. Sie müssen außerdem in Zusammenarbeit mit dem Rechtsberater die Vorgehensweise festlegen, alle Anforderungen mit dem Terminplan koordinieren und die Auswirkungen auf die Deliverables (Lieferungen und Leistungen),​ Kosten, Risiken und Chancen begreifen.
 +Die Rechtspolitik eines Unternehmens kann bestimmen, dass die gesamte Projektdokumentation einer Rechtsprüfung unterzogen wird oder alle externen Verträge vor der Unterzeichnung einer Rechtsprüfung zu unterziehen sind.
 +Daher müssen folgende wichtige Aspekte beachtet werden:
 +I Erkennen der rechtlichen Aspekte, die auf das Projekt bzw. Programm anzuwenden sind, an dem Sie gegenwärtig arbeiten. Hierzu zählen z. B. Arbeits- und Vertragsrecht,​ Bewilligungen und Genehmigungen für Anlagen und Produkte, Lizenzen, Enteignung, Produkthaftung,​ Patente, Versicherungsverträge,​ Datenschutzgesetze,​ Strafrecht, Gesundheits-,​ Betriebsschutz-,​ Arbeitsschutz- und Umweltschutzrecht sowie andere rechtliche Vorschriften.
 +I Erkennen der aus dem Projekt oder Programm ableitbaren Rechtsgründe,​ wie z. B. Vertragsmanagement,​ Arbeitsrecht,​ Vorschriften für die Finanzbuchhaltung und die Berechtigung zur Unterzeichnung von Verträgen und/oder finanziellen Verpflichtungen. Für alle vertraglichen Regelungen des Projekts (Pflichten, Rechte und Verfahrensweisen) gibt es gesetzliche Grundlagen. Die entsprechenden Anforderungen sind in Rechtstexten und Gesetzbüchern festgelegt, so z. B. dem Strafrecht, besonders aber dem Unternehmens- und Vertragsrecht,​ dem Handelsrecht,​ dem Arbeitsrecht,​ in Gesundheits- und Betriebsschutzgesetzen,​ Datenschutzgesetzen,​ dem Baurecht, in Bestimmungen zum Schutze geistigen Eigentums, des Copyrights (Urheberecht,​ Markenrecht),​ von Patenten und Lizenzgebühren sowie in Gesetzen zur Vermeidung von Diskriminierung auf Grund von Geschlecht, sexueller Orientierung,​ Behinderung,​ Alter, Rasse oder Religion.
 +I Einarbeitung aller auf das Projekt, Programm oder das gesamte Portfolio anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen in die relevanten Verfahren und Projektunterlagen.
 +NCB 3 März 2013 Seite 160 von 202
 +Mögliche Prozessschritte:​
 +1. Festlegung der auf die Organisation oder das Portfolio anwendbaren gesetzlichen Normen und Richtlinien.
 +2. Initiierung von Prozessen zur Einführung angemessener Normen und Richtlinien in der Organisation bzw. das Portfolio und Bewertung von Projekten und Programmen in Bezug auf diese Normen und Richtlinien.
 +3. Untersuchung und Beschreibung der für ein Projekt oder Programm möglicherweise relevanten rechtlichen Aspekte für die Organisation bzw. das Portfolio.
 +4. Angemessenes Management der Verträge, Forderungen und Änderungen innerhalb des Projekts oder Programms.
 +5. Wirksame Maßnahmen gegenüber organisierten Arbeitskonflikten.
 +6. Angemessener Umgang mit Klagen über Belästigung,​ Diskriminierung,​ Sicherheitsfragen und Nichterbringung von Leistungen.
 +7. Dokumentation der Lessons Learned.
 +8. Feedback zu Lessons Learned dokumentieren und ggf. Normen und Richtlinien anpassen.
 +Angesprochene Themenfelder:​
 +Vereinbarungen
 +Geltendes Recht
 +Rechtsmittel und Gerichtsstand
 +Verträge
 +Geistiges Eigentum
 +Haftung
 +Lizenzen
 +Normen und Vorschriften
 +Schlüsselkompetenzen auf Levelebene:
 +A War Mitglied des Ausschusses zur Aufsicht über die Entwicklung und Einführung von auf rechtlichen Anforderungen basierenden Prozessen, die in seinen Zuständigkeitsbereich fallen.
 +Hat die Entwicklung von auf rechtlichen Anforderungen basierenden Projektmanagementprozessen geleitet
 +Hat beim Setzen von Prioritäten in Projekten und Programmen rechtliche Erwägungen mit einbezogen.
 +Verfügt über Wissen zu rechtlichen Aspekten in Bezug auf Informationssysteme.
 +Hat das Seniormanagement erfolgreich über Rechtsangelegenheiten auf strategischer Ebene auf dem Laufenden gehalten.
 +B War an der Ausarbeitung und Weiterentwicklung der Ausrichtung von Projekt und Geschäft an rechtlichen Aspekten als Schlüsselressource beteiligt.
 +Hat die Entwicklung von Projektmanagementprozessen in Bezug auf rechtliche Aspekte geleitet oder dazu beigetragen.
 +Hat den Einfluss der Rechtsabteilungen oder Rechtsberatung auf ein komplexen Projekt erfolgreich gemanagt.
 +Hat aus rechtlichen Anforderungen entstandene Angelegenheiten auf taktischer Ebene erfolgreich gemanagt.
 +C Ist bei seiner Arbeit in Projekten begrenzter Komplexität mit Managementprozessen bezüglich rechtlicher Aspekte in Berührung gekommen und hat sie erfolgreich angewendet.
 +Ist auf Durchführungsebene mit Rechtsangelegenheiten in Berührung gekommen.
 +D Verfügt über das erforderliche Wissen in Bezug auf gesetzliche Anforderungen,​ Fragen und Methoden.
 +NCB 3 März 2013 Seite 161 von 202
 +Hauptbeziehungen zu:
 +4.1.4. Risiken und Chancen, 4.1.14. Beschaffung und Verträge, 4.1.17. Information und Dokumentation,​ 4.1.20. Projektabschluss,​ 4.2.3. Selbststeuerung,​ 4.2.4. Durchsetzungsfähigkeit,​ 4.2.11. Verhandlungen,​ 4.2.12. Konflikte und Krisen, 4.2.15. Ethik, 4.3.6. Geschäft, 4.3.7. Systeme, Produkte und Technologie,​ 4.3.8. Personalmanagement,​ 4.3.9. Gesundheit, Arbeits-, Betriebs, und Umweltschutz
  
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