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2.10_beratung

2.10 Beratung

Wichtigste Punkte

Beratung
Consulting

Wichtige Begriffe

Kontext

Zeitlich

Projektmanagement-Phasen

  • Initialisierungsphase: Formelle Gründung
  • Definitionsphase: Ziele, Organisation
  • Planungsphase: Umfeld/Stakeholder, Phasenplanung, PSP, Ablauf u. Termine, Ressourcen/Kosten, Risiken
  • Steuerung: Controlling, Änderung
  • Abschlussphase: Auflösung

Inhaltlich

  • Das Thema hat inhaltlich zu folgenden Themen Beziehungen (Nummern geben die Kompetenzelemente der IPMA an):
PM-technische Methodische Kompetenzen
1.01 Projektmanagementerfolg1.02 Interessierte Parteien1.03 Projektanforderungen und Projektziele1.04 Risiken und Chancen
1.05 Qualität1.06 Projektorganisation1.07 Teamarbeit1.08 Problemlösung
1.09 Projektstrukturen1.10 Leistungsumfang und Lieferobjekte1.11 Projektphasen, Ablauf und Termine1.12 Ressourcen
1.13 Kosten und Finanzmittel1.14 Beschaffung und Verträge1.15 Änderungen1.16 Überwachung, Steuerung, Berichtswesen
1.17 Information und Dokumentation1.18 Kommunikation1.19 Projektstart1.20 Projektabschluss
PM-Verhaltens Kompetenzen
2.01 Führung2.02 Engagement und Motivation2.03 Selbststeuerung2.04 Durchsetzungsvermögen
2.05 Entspannung und Stressbewältigung2.06 Offenheit2.07 Kreativität2.08 Ergebnisorientierung
2.09 Effizienz2.10 Beratung2.11 Verhandlungen2.12 Konflikte und Krisen
2.13 Verlässlichkeit2.14 Wertschätzung2.15 Ethik
PM-Kontext Kompetenzen
3.01 Projektorientierung3.02 Programmorientierung3.03 Portfolioorientierung3.04 Einführung von Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement
3.05 Stammorganisation3.06 Geschäft3.07 Systeme, Produkte und Technologie3.08 Personalmanagement
3.09 Gesundheit, Arbeits-, Betriebs- und Umweltschutz3.10 Finanzierung3.11 Rechtliche Aspekte

Konflikte sind sowohl Risiko 1) als auch Chance für ein Projekt.

Konfliktarten

WAS: In der Literatur sind keine allgemeingültigen Definitionen des Konfliktbegriffes zu finden. In der Psychologie werden Konflikte als „Gegensätzlichkeit oder Unvereinbaarkeit zweier oder mehrerer Elemente“ definiert. Hervorgerufen werden sie meist durch „unterschiedliche Verhaltensweisen und Handlungen“. Konflikte sind in der Projektarbeit allgegenwärtig und gehören zum Tagesgeschäft eines Projektleiters. Konflikte sind sowohl Risiko als auch Chance in einem Projekt. Werden Konflikte bewusst verarbeitet, ergeben sich au sihnen Erfahrungen und Potentiale für die weitere Arbeit.

WARUM: Konflikte sind nicht per se negativ Störunen der Zusammenarbeit, Stress und Unzufriedenheit, Vergeudung von Zeit und Ressourcen. Konflikte erfüllen eine wesentliche Funktion in der Zusammenarbeit der Menschen. Teams werden durch ihre Fähigkeit mit Konflikten umzugehen erst so richtig erfolgreich. Positive Funktionen von Konflikten:

  • Freisetzung von Energie
  • Erhöhung der Kreativität
  • Rollenklärung im Team
  • Schaffung einer persönlichen Arbeitsatmosphäre
  • Erhöhung der Innovationsbereitschaft
  • Lösung festgefahrener Strukturen

In Projekten treten verschiedene Konflikte auf. Oft anzutreffen sind folgende Konfliktarten:[1]

  Ziel- und Richtungskonflikte: 
     „Möglichst schnell und günstig fertig werden“ vs. „alle Testfälle durchführen“
  Wahrnehmungs- und Beurteilungskonflikte: 
     „Das Projekt ist in Time, in Budget“ vs. „Viele Änderungen durch den Auftraggeber“
  Rollen- und Erwartungskonflikte
     „Die Mitarbeiter sollen selbständig arbeiten“ vs. „Ich erwarte klare Anweisungen, was ich tun soll“
  Besitz- und Verteilungskonflikte
     „Ich brauche das Testlabor für die kommende Woche exklusiv“ vs. „wir auch“
  Veränderungs- und Sicherheitskonflikte
     „Heute soll ich Fachkonzepte erstellen, morgen testen – was denn nun?“
  Beziehungs- und Statuskonflikte
     „Keiner sagt mir etwas!“, „Ich bin hier der Projektleiter!

Konfliktlösung

Vorgehen:

1. Konfliktart feststellen

2. Konfliktbewältigungsstrategiene

2.1 Konfliktstile nah Thomas/Killmann
Entscheidung: Orientierung an Bedürfnisse Anderer versus eigene Bedürfnisse

2.2 Modelle der Konfliktlösung nach Glasl

9 Eskalationsstufen nach Glasl
Ebene Eskalationsstufen Konfliktbehandlung
1. Ebene
win/win
1. Verhärtung Konfliktgespräch, Moderation
2. Debatte, Polemik
3. Taten statt Worte
2. Ebene
win-loose
4. Image/Koalition Mediation, Schiedsgericht, Gericht
5. Gesichtsverlust
6. Drohstrategien
3. Ebene
loose/loose
7. Begrenzte VernichtungsschlägeGericht, Machteingriff
8. Zersplitterung
9. Gemeinsam in den Abgrund

2.3 Kooperative Konfliktlösung

Betriebliche Konfliktlösung durch Moderation vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert

PhaseBeschreibung
Phase 1: EinstiegSchaffung eines sicheren Rahmens (Verfahren klären, Vertraulichkeit, Rollen, Spielregeln, Abfragen von Erwartungen
Phase 2: Ist-AnalyseStandpunkte der parteien ermitteln. Ziel ist eine transparente Darstellung des Sachverhaltes, Problems, Konfliktpotentials zu erhalten
- Zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses soll jede Partei den Standpunkt der anderern Seite erfahren: Was benötigt die andere Seite? Wie könnte eine Annäherung aussehen?
Phase 3: Lösungsansatz Erarbeiten von Lösungsmöglichkeiten, bspw. in Kleingruppen. Die Ergebnisse werden im Plenum diskutiert und ein Lösungsweg festgelegt und schriftlich fixier
Phase 4: ErfolgssicherungUmsetzen und Kontrolle der Wirksamkeit der Lösung

2.4 Gewaltfreie Kommunikation

vgl. Rosenberg, Marshall, Gewaltfreie Kommunikation

StufeBeschreibung
1. BeobachtungWelche Situation liegt vor - ohne Bewertun durch uns: Mitarbeiter kommt oft zu spät zum Meeting
2. GefühleAussprechen war WIR fühlen - sind wir irritiert, ängstlich, froh: „Paul, es ärgert mich, wenn Du zu spät…kommst.“
3. BedürfnisseFormulieren, welche Bedürfnisse hinter den Gefühlen stehen: „Paul, es ärgert mich, wenn…., weil ich dann das Gesagte noch einmal wiederholen muss.“
4. BittenEine Bitte zur Verhaltensanpassung formulieren: „Ich möchte, dass du pünktlich bist.“

3. Beispiel für Konfliktlösungsprozess im Projekt

StufeErgebnis
1. Konflikt im Projektteam erkanntKonfliktart
2. Konfliktpartner identifiziert ⇒ WER
3. Konflikt thematisieren Sachverhalt ⇒ WAS
4. Konflikt analysieren ⇒ WIESO/WARUM
5. Konflikt einordnen ⇒ Beziehungsebene/Sachebene
6. Lösungsvarianten sammeln, auswählen, umsetzen

Literatur

  • Autor: Titel. Verlag, Ort Jahr, ISBN.
  • Autor: Titel. Verlag, Ort Jahr, ISBN, S. X–Y.

Siehe auch


Weitere Informationen

Beratung Consultation Unter Beratung versteht man die Fähigkeit, Gründe und schlüssige Argumente vorzulegen, anderen Ansichten zuzuhören, zu verhandeln und Lösungen zu finden. Im Wesentlichen ist dies der Meinungsaustausch über Projektangelegenheiten. Beratung führt zu gegenseitig akzeptierten Entscheidungen auf der Grundlage von Respekt, systematischem und strukturiertem Denken, der Analyse von Fakten, Argumenten oder Szenarien. Beratung bringt Meinungsverschiedenheiten ans Tageslicht. Sie ist nützlich in Ausführung der unterschiedlichen Projektrolle. Logisches Denken kann die Ansichten einer Person verändern und ermöglicht es, Situationen in allen Fachgebieten zu verstehen und Angelegenheiten mit hoher Sicherheit zu lösen. Es stellt Lösungen und Schlussfolgerungen, die auf Voreingenommenheit und Vorurteilen basieren, in Frage. Logische Fragen und Lösungen können innerhalb der Projektorganisation leichter kommuniziert werden. Sie sollten zu vorhersehbareren und zu bewältigenden Ergebnissen führen. Strukturen und Logik untermauern das Projektmanagement, können den Prozess aber auch erschweren, wenn sie zu rigide eingesetzt werden. Mögliche Prozessschritte: 1. Analyse der Situation und des Kontextes. 2. Ermittlung von Zielen und (nächstbesten) Optionen. Berücksichtigung der Zielsetzungen und Argumente anderer. 3. Anhörung der Argumente anderer. 4. Ermittlung von Gemeinsamkeiten und Differenzen. 5. Problemdiagnose, Ermittlung von Lösungen bzw. Ergreifung von Maßnahmen zur Umgehung des Problems. 6. Lösung von Meinungsverschiedenheiten oder Einigung auf Differenzen und Lösungsverfahren. 7. Berücksichtigung der Auswirkungen; Dokumentation und Kommunikation. 8. Anwendung des Lesons Learned für Projekte oder andere Projektphasen. Angesprochene Themenfelder: Argumentation Konfrontation Beratungsmethoden und -techniken Entscheidungsfindung und Schaffung von Win-Win-Situationen Diplomatisches Verhalten Verhandlungsgeschick Logisches Denken Szenariotechniken Systematisches und strukturiertes Denken Systems Engineering NCB 3 März 2013 Seite 120 von 202 Schlüsselkompetenzen auf Levelebene: A Hat Beratung mit den Programm- und Projektmanagern im Kontext des Projekts und der Stammorganisation wirksam gepflegt. Der Kandidat hat (Teil-) Programmmanager bzw. Projektmanager bei der Entwicklung ihrer Fähigkeit zur Beratung angeleitet. Der Kandidat war außerdem an der Einführung von Beratung in Projekten oder Programmen beteiligt. B Hat Beratung in komplexen Projekten und im Projektkontext wirksam eingesetzt. Der Kandidat hat (Teil-) Projektmanager bei der Entwicklung ihrer Fähigkeit zur Beratung angeleitet. C Hat Beratung in Projekten mit begrenzter Komplexität wirksam eingesetzt. D Verfügt über das erforderliche Wissen in Bezug auf die Fähigkeit zur Beratung. Hauptbeziehungen zu: 4.1.5. Qualität, 4.1.6. Projektorganisation, 4.1.8. Problemlösung, 4.1.10. Leistungsumfang und Lieferobjekte, 4.1.11. Zeitmanagement und Projektphasen, 4.1.13. Kosten und Finanzmittel, 4.1.15. Änderungen, 4.1.17. Information und Dokumentation, 4.1.20. Projektabschluss, 4.2.7. Kreativität, 4.2.8. Ergebnisorientierung, 4.2.9. Effizienz, 4.2.11. Verhandlungen, 4.2.12. Konflikte und Krisen, 4.2.14. Wertschätzung, 4.3.2. Programmorientierung, 4.3.3. Portfolioorientierung, 4.3.6. Geschäft, 4.3.7. Systeme, Produkte und Technologie, 4.3.8. Personalmanagement NCB 3 März 2013 Seite 121 von 202 Verhaltensmuster: 4.2.10. BERATUNG Angemessene Verhaltensweisen Verbesserungsbedürftige Verhaltensweisen Berücksichtigt immer die Vorschläge anderer, ist fair Setzt eigene Vorschläge auf Kosten anderer durch, ist unfair Kann Diskussionen leiten und bittet um Feedback; nimmt Feedback entgegen, ohne gekränkt zu sein Ignoriert Feedback oder lehnt es ab Konfrontation wird nur als letztes Mittel eingesetzt und Basiert immer auf Logik und Fakten Geht Konfrontationen im Allgemeinen aus dem Weg oder verletzt Mitarbeiter durch aggressives Verhalten in Konfliktsituationen Merkt das Fehlverhalten anderer auf taktvolle Art an, kritisiert andere in konstruktiver Weise Duldet Fehlverhalten oder ist der Ansicht, alles besser zu wissen als andere; bestraft und demütigt Mitarbeiter Verhält sich konstruktiver Kritik gegenüber positiv, reagiert gelassen auf Angriffe, vergibt Ist durch Kritik gekränkt, reagiert auf aggressive, emotionale und unkontrollierte Art und Weise, ist nachtragend Unterstützt die Schaffung einer Beratungskultur innerhalb des Teams, erreicht Konsens mit den anderen Unterdrückt Konflikte, übt Macht aus, zerstört Gegenpositionen, unterwirft andere Fällt Entscheidungen auf der Grundlage von Logik und Argumentation und erklärt Entscheidungen gut Vermeidet es, Entscheidungen zu treffen oder entscheidet ohne ausreichende Beratung und Erklärung Argumentiert klar, präzise und logisch Argumentiert langatmig, trifft den Punkt nicht, ist unlogisch oder erzählt Geschichten Gibt der Gruppe Energie und nutzt die Energie aller Gruppenmitglieder Arbeitet hauptsächlich allein oder eventuell mit ein paar engen Freunden Besitzt das Durchhaltevermögen, um Lösungen zu finden und hat ernsthaftes Interesse an den am Projekt beteiligten Menschen Denkt nicht ganzheitlich, zaudert, ignoriert Einwände und schiebt Zeitmangel vor Ist gut vorbereitet und informiert. Ist in der Lage, eine strukturierte Diskussion zu leiten Ist weder vorbereitet noch informiert und kann keine vernünftige Diskussion leiten


Einzelnachweise

1) Wer sagt das?
2.10_beratung.txt · Zuletzt geändert: 2016/03/02 20:13 von 87.159.30.14