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2.05_entspannung_und_stressbewaeltigung

2.12 Konflikte und Krisen

Wichtigste Punkte

Konflikte können neben negativen auch sehr positive Effekte haben, wie z.B. Rollenklärung im Team, Erhöhung der Innovationsbereitschaft, Lösung festgefahrender Strukturen.
Zur Konfliktbehandlung ist zunächst die Konfliktart zu klären. Konfliktarten können z.B. sein: Zielkonflikt, rollenkonflikt, Wahrnehmungskonflikt
Zur Behandlung von Konflikten in projekten bieten sich Konfliktlösungsmodelle an wie z.B. die Phasen der Konflikteskalation nach Glasl, die Konfliktstile nah Thomas/Killmann, oder die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg

Wichtige Begriffe

Kontext

Zeitlich

Projektmanagement-Phasen

  • Initialisierungsphase: Formelle Gründung
  • Definitionsphase: Ziele, Organisation
  • Planungsphase: Umfeld/Stakeholder, Phasenplanung, PSP, Ablauf u. Termine, Ressourcen/Kosten, Risiken
  • Steuerung: Controlling, Änderung
  • Abschlussphase: Auflösung

Inhaltlich

  • Das Thema hat inhaltlich zu folgenden Themen Beziehungen (Nummern geben die Kompetenzelemente der IPMA an):
PM-technische Methodische Kompetenzen
1.01 Projektmanagementerfolg1.02 Interessierte Parteien1.03 Projektanforderungen und Projektziele1.04 Risiken und Chancen
1.05 Qualität1.06 Projektorganisation1.07 Teamarbeit1.08 Problemlösung
1.09 Projektstrukturen1.10 Leistungsumfang und Lieferobjekte1.11 Projektphasen, Ablauf und Termine1.12 Ressourcen
1.13 Kosten und Finanzmittel1.14 Beschaffung und Verträge1.15 Änderungen1.16 Überwachung, Steuerung, Berichtswesen
1.17 Information und Dokumentation1.18 Kommunikation1.19 Projektstart1.20 Projektabschluss
PM-Verhaltens Kompetenzen
2.01 Führung2.02 Engagement und Motivation2.03 Selbststeuerung2.04 Durchsetzungsvermögen
2.05 Entspannung und Stressbewältigung2.06 Offenheit2.07 Kreativität2.08 Ergebnisorientierung
2.09 Effizienz2.10 Beratung2.11 Verhandlungen2.12 Konflikte und Krisen
2.13 Verlässlichkeit2.14 Wertschätzung2.15 Ethik
PM-Kontext Kompetenzen
3.01 Projektorientierung3.02 Programmorientierung3.03 Portfolioorientierung3.04 Einführung von Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement
3.05 Stammorganisation3.06 Geschäft3.07 Systeme, Produkte und Technologie3.08 Personalmanagement
3.09 Gesundheit, Arbeits-, Betriebs- und Umweltschutz3.10 Finanzierung3.11 Rechtliche Aspekte

Konflikte sind sowohl Risiko 1) als auch Chance für ein Projekt.

Konfliktarten

WAS: In der Literatur sind keine allgemeingültigen Definitionen des Konfliktbegriffes zu finden. In der Psychologie werden Konflikte als „Gegensätzlichkeit oder Unvereinbaarkeit zweier oder mehrerer Elemente“ definiert. Hervorgerufen werden sie meist durch „unterschiedliche Verhaltensweisen und Handlungen“. Konflikte sind in der Projektarbeit allgegenwärtig und gehören zum Tagesgeschäft eines Projektleiters. Konflikte sind sowohl Risiko als auch Chance in einem Projekt. Werden Konflikte bewusst verarbeitet, ergeben sich au sihnen Erfahrungen und Potentiale für die weitere Arbeit.

WARUM: Konflikte sind nicht per se negativ Störunen der Zusammenarbeit, Stress und Unzufriedenheit, Vergeudung von Zeit und Ressourcen. Konflikte erfüllen eine wesentliche Funktion in der Zusammenarbeit der Menschen. Teams werden durch ihre Fähigkeit mit Konflikten umzugehen erst so richtig erfolgreich. Positive Funktionen von Konflikten:

  • Freisetzung von Energie
  • Erhöhung der Kreativität
  • Rollenklärung im Team
  • Schaffung einer persönlichen Arbeitsatmosphäre
  • Erhöhung der Innovationsbereitschaft
  • Lösung festgefahrener Strukturen

In Projekten treten verschiedene Konflikte auf. Oft anzutreffen sind folgende Konfliktarten:[1]

  Ziel- und Richtungskonflikte: 
     „Möglichst schnell und günstig fertig werden“ vs. „alle Testfälle durchführen“
  Wahrnehmungs- und Beurteilungskonflikte: 
     „Das Projekt ist in Time, in Budget“ vs. „Viele Änderungen durch den Auftraggeber“
  Rollen- und Erwartungskonflikte
     „Die Mitarbeiter sollen selbständig arbeiten“ vs. „Ich erwarte klare Anweisungen, was ich tun soll“
  Besitz- und Verteilungskonflikte
     „Ich brauche das Testlabor für die kommende Woche exklusiv“ vs. „wir auch“
  Veränderungs- und Sicherheitskonflikte
     „Heute soll ich Fachkonzepte erstellen, morgen testen – was denn nun?“
  Beziehungs- und Statuskonflikte
     „Keiner sagt mir etwas!“, „Ich bin hier der Projektleiter!

Konfliktlösung

Vorgehen:

1. Konfliktart feststellen

2. Konfliktbewältigungsstrategiene

2.1 Konfliktstile nah Thomas/Killmann
Entscheidung: Orientierung an Bedürfnisse Anderer versus eigene Bedürfnisse

2.2 Modelle der Konfliktlösung nach Glasl

9 Eskalationsstufen nach Glasl
Ebene Eskalationsstufen Konfliktbehandlung
1. Ebene
win/win
1. Verhärtung Konfliktgespräch, Moderation
2. Debatte, Polemik
3. Taten statt Worte
2. Ebene
win-loose
4. Image/Koalition Mediation, Schiedsgericht, Gericht
5. Gesichtsverlust
6. Drohstrategien
3. Ebene
loose/loose
7. Begrenzte VernichtungsschlägeGericht, Machteingriff
8. Zersplitterung
9. Gemeinsam in den Abgrund

2.3 Kooperative Konfliktlösung

Betriebliche Konfliktlösung durch Moderation vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert

PhaseBeschreibung
Phase 1: EinstiegSchaffung eines sicheren Rahmens (Verfahren klären, Vertraulichkeit, Rollen, Spielregeln, Abfragen von Erwartungen
Phase 2: Ist-AnalyseStandpunkte der parteien ermitteln. Ziel ist eine transparente Darstellung des Sachverhaltes, Problems, Konfliktpotentials zu erhalten
- Zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses soll jede Partei den Standpunkt der anderern Seite erfahren: Was benötigt die andere Seite? Wie könnte eine Annäherung aussehen?
Phase 3: Lösungsansatz Erarbeiten von Lösungsmöglichkeiten, bspw. in Kleingruppen. Die Ergebnisse werden im Plenum diskutiert und ein Lösungsweg festgelegt und schriftlich fixier
Phase 4: ErfolgssicherungUmsetzen und Kontrolle der Wirksamkeit der Lösung

2.4 Gewaltfreie Kommunikation

vgl. Rosenberg, Marshall, Gewaltfreie Kommunikation

StufeBeschreibung
1. BeobachtungWelche Situation liegt vor - ohne Bewertun durch uns: Mitarbeiter kommt oft zu spät zum Meeting
2. GefühleAussprechen war WIR fühlen - sind wir irritiert, ängstlich, froh: „Paul, es ärgert mich, wenn Du zu spät…kommst.“
3. BedürfnisseFormulieren, welche Bedürfnisse hinter den Gefühlen stehen: „Paul, es ärgert mich, wenn…., weil ich dann das Gesagte noch einmal wiederholen muss.“
4. BittenEine Bitte zur Verhaltensanpassung formulieren: „Ich möchte, dass du pünktlich bist.“

3. Beispiel für Konfliktlösungsprozess im Projekt

StufeErgebnis
1. Konflikt im Projektteam erkanntKonfliktart
2. Konfliktpartner identifiziert ⇒ WER
3. Konflikt thematisieren Sachverhalt ⇒ WAS
4. Konflikt analysieren ⇒ WIESO/WARUM
5. Konflikt einordnen ⇒ Beziehungsebene/Sachebene
6. Lösungsvarianten sammeln, auswählen, umsetzen

Literatur

  • Autor: Titel. Verlag, Ort Jahr, ISBN.
  • Autor: Titel. Verlag, Ort Jahr, ISBN, S. X–Y.

Siehe auch


Weitere Informationen

Entspannung und Stressbewältigung Relaxation Stressbewältigung ist die Fähigkeit in schwierigen Situationen Spannungen abzubauen. Die Deeskalation einer angespannten Situation ist erforderlich, um eine produktive Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Interessierte Parteien sicherzustellen. Stressbewältigung kann eine Situation entschärfen oder falls notwendig eine Gruppe mit neuer Energie versorgen. Ein weiterers Merkmal guten Projektmanagements ist die Fähigkeit des Managers, sich nach einem besonders stressreichen Ereignis zu entspannen und zu erholen sowie dieses Verhalten auch beim Team zu errreichen. Bei jedem Projekt wird es unausweichlich auch zu Stress-Situationen kommen. Diese können zum plötzlichen Ausbruch von Differenzen oder Ärger zwischen einzelnen Mitarbeitern und zu feindseligen Situationen führen, die den Projekterfolg gefährden. Ein Projektmanager sollte vorbeugende Maßnahmen ergreifen, um solchen Situationen zuvorzukommen und ihre Auswirkungen möglichst gering zu halten. Teambildung und Gemeinschaftsaktivitäten für das gesamte Team können ebenfalls zur Stressbewältigung beitragen. Der Projektmanager sollte dafür sorgen, dass sowohl er selbst als auch die anderen Teammitglieder ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit, Familie und Freizeit einhalten. Mögliche Prozessschritte: 1. Feststellung von Spannungen bzw. Ermüdungserscheinungen innerhalb des Projektteams. 2. Vorbeugende Suche nach Gründen für Spannungen bzw. Ermüdungserscheinungen und Beseitigung ihrer Ursache(n); Ergreifung umgehender Maßnahmen zur Problemminimierung. 3. Im Falle einer Eingriffsmöglichkeit, Erstellung eines entsprechenden Aktionsplans. Sorgfältige Auswahl von Ort und Methode des Eingriffs (wie z. B. Schaffen von Gelegenheiten für Diskussionen und Gespräche). 4. Wenn möglich, Auswahl von Orten abseits des Arbeitsumfelds bzw. in unkonventioneller Umgebung, die eine Kombination aus Eingriff und Gemeinschafts- oder Freizeitaktivitäten (wie z. B. Grillen, Kegeln oder Go-Kart-Fahren) erlauben, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen. 5. Regelmäßige Verfolgung der Auswirkungen im Team, Einbindung des Teams in Aktionen. 6. Dokumentation der Lessons Learned und deren Umsetzung beim zukünftigen Auftreten ähnlicher Situationen im Projekt oder in Projektphasen. Angesprochene Themenfelder: Ausgleich zwischen Arbeit, Familie und Freizeit Problembewusstsein, Aufmerksamkeit De-Eskalierung Humor Vorstellungskraft Wahrnehmungsvermögen Persönliche Kontakte Erholung NCB 3 März 2013 Seite 107 von 202 Schlüsselkompetenzen auf Levelebene: A Hat Stressbewältigung mit den Programm- und Projektmanagern im Kontext des Projekts und der Stammorganisation wirksam eingesetzt, gemanagt und geleitet. Der Kandidat hat (Teil-) Programmmanager und/oder Projektmanager bei der Entwicklung ihrer Stressbewältigung angeleitet. Der Kandidat war an der Einführung von Stressbewältigung in Projekten oder Programmen beteiligt. B Der Kandidat hat Stressbewältigung in komplexen Projekten im Projektkontext wirksam eingesetzt und gemanagt. Der Kandidat hat (Teil-) Projektmanager bei der Entwicklung ihrer Stressbewältigung angeleitet. C Hat Stressbewältigung in Projekten mit begrenzter Komplexität eingesetzt. D Verfügt über das erforderliche Wissen in Bezug auf Stressbewältigung. Hauptbeziehungen zu: 4.1.1 Projektmanagementerfolg, 4.1.6 Projektorganisation, 4.1.7 Teamarbeit, 4.1.8 Problemlösung, 4.1.11 Projektablauf, Phasen und Termine, 4.1.12 Ressourcen, 4.2.2 Engagement und Motivation, 4.2.3 Selbststeuerung, 4.2.6 Offenheit, 4.2.7 Kreativität, 4.2.9 Effizienz, 4.2.14 Wertschätzung, 4.2.15 Ethik, 4.3.5 Stammorganisation, 4.3.8 Personalmanagement Verhaltensmuster: 4.2.5. ENTSPANNUNG und STRESSBEWÄLTIGUNG Angemessene Verhaltensweisen Verbesserungsbedürftige Verhaltensweisen Handelt und reagiert in entspannter Art und Weise Ist zu angespannt zur Bewältigung der Situation Setzt Humor und Geschichten zum Nutzen des Projekts ein Setzt Humor und Geschichten nicht oder in ungeeigneter Art und Weise ein Ist fähig, einer Situation im geeigneten Moment die Spitze zu nehmen Verschlimmert die Situation, da er nicht im richtigen Moment oder in der richtigen Art und Weise eingreift Ist sich potentiell schwieriger Situationen ständig bewusst, führt unerwartete und unkonventionelle Interventionen zur Erzielung optimaler Ergebnisse durch Merkt nicht, dass etwas falsch läuft, ist beim Eingreifen nicht kreativ und verwendet ausschließlich konventionelle Methoden Beachtet Stress-Situationen und versucht, wo möglich, Spannungen abzubauen Verursacht unnötigen Stress und macht keine Anstalten, in Stress-Situationen Abhilfe zu schaffen Kann sein Wohlbefinden gut selbst einschätzen und wendet Selbstentspannungstechniken an, bevor der Stress seinen Tribut fordert Kann seinen Zustand nicht einschätzen und ist nicht in der Lage, notwendige Maßnahmen zu ergreifen Budgetiert und plant Aktivitäten zur Teambildung sowie Gesellschafts- und Freizeitveranstaltungen neben der Arbeit Erstellt ausschließlich Pläne und Budgets für die Projektarbeit NCB 3 März 2013 Seite 108 von 202


Einzelnachweise

1) Wer sagt das?
2.05_entspannung_und_stressbewaeltigung.txt · Zuletzt geändert: 2016/03/01 12:16 von 87.159.30.14